Daniel 2

Aus Die Offene Bibel

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{{S|4}} Da (und) sprachen die Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter)<ref>Die Chaldäer waren ein Volksstamm aus dem Umland von Babylon, der ab dem 8. Jh. in Babylon großen Einfluss gewann, später wird der Name „Chaldäer“ praktisch zum Synonym für „Babylonier“. Sie schafften es in dieser Zeit auch, praktisch alle Wahrsage-Priester im Bel-Tempel von Babel zu stellen, sodass „Chaldäer“ („Kasdäer“) hier referenzidentisch für diese auf die Wahrsagerei und Gelehrsamkeit spezialisierten Kleriker gebraucht wird (Koch 2005, 45f; vgl. dort den Exkurs 45-66). </ref> zum König [auf] Aramäisch:<ref>Von hier an ist der Text Aramäisch (Dan 2,4b-7,28). Neben diesem Abschnitt aus dem Danielbuch sind auch Esra 4,8-6,18; 7,12-26 auf Aramäisch verfasst bzw. aus aramäischen Quellen zitiert (zudem Jer 10,11 und ein Teil von Gen 31,47). </ref> „Ewig lebe der König!<ref>W. „Oh König, lebe {für} ewig!“</ref> Erzähle (sage) deinen Sklaven (Dienern, Knechten) den Traum, dann (und) werden wir [seine] Bedeutung (Deutung) erzählen (erklären).“
 
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{{S|5}} Der König antwortete {und sagte zu} den Chaldäern (Wahrsagern, Sterndeutern): „Mein Wort ist unwiderruflich:<ref>W. etwa „Das Wort von mir [ist] unwiderruflich“. ''von mir'' ist eine Formulierung, die das Pronomen betont (Koch 2005, 89). ''unwiderruflich'' oder „bekannt“ (Koch 2005, 90, vgl. GesD).<br />
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Fast sicher falsch ist dagegen das ältere Verständnis, wonach diese Phrase sinngemäß als „Ich habe den Traum vergessen“ übersetzt wurde (so etwa KJV). Vielmehr möchte der König sich der Zuverlässigkeit seiner Wahrsager dadurch vergewissern, dass er ihnen in der Wiedergabe seines Trauminhalts eine verifizierbare Testaufgabe stellt (NET Dan 2,5, Fußnote 14; s.a. V. 9). </ref> Wenn ihr mir den Traum und seine Bedeutung (Deutung) nicht mitteilen könnt (mitteilt), werdet ihr zu Körperteilen (Gliedern) gemacht<ref>D.h. „werdet ihr in Stücke gerissen/gehauen werden“ (vgl. Koch 2005, 90). </ref> und eure Häuser in Müllhaufen (Latrinen; Trümmerhaufen)<ref>''Müllhaufen (Latrinen, Trümmerhaufen)'' Die Übersetzung dieses unbekannten Worts beruht auf Herleitungen, die auf einen widerwärtigen Ort wie einen Müllhaufen oder eine öffentliche Latrine schließen lassen. Die eigentliche Bedeutung könnte ganz anders lauten (Koch 2005, 90). </ref> verwandelt werden!
 
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{{S|6}} Aber (und) wenn ihr den Traum und seine Bedeutung (Deutung) erklären könnt, werdet ihr von mir Geschenke, {und} Belohnungen (Geschenke, Kostbarkeiten)<ref>Ein unbekanntes Wort (Sg.). ''Belohnungen'' nach DBL Aramaic, GesD tendiert zu „Geschenk, Gabe“, Koch 2011, 90 übersetzt „Ehrenurkunden/Kostbarkeiten“. </ref> und große Ehre empfangen. Darum (nur wenn) erklärt mir den Traum und seine Bedeutung (Deutung)!“
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{{S|7}} Sie antworteten noch einmal (ein zweites Mal) {und sagten}: „Der König möge seinen Sklaven (Dienern, Knechten) den Traum sagen, danach (und) werden wir die Bedeutung (Deutung) erklären!“
 
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{{S|8}} Der König antwortete {und sagte}: „[Jetzt] weiß ich ganz sicher, dass ihr [versucht] Zeit [zu] kaufen,<ref>Die Einfügung von „jetzt“ und „versucht“ ist aufgrund des Partizips sowie sinngemäß angebracht. Der König erkennt also, was gerade vor sich geht: Die Wahrsager versuchen Zeit zu gewinnen. </ref> weil [ihr] seht (gesehen habt), dass mein Wort unwiderruflich ist<ref>S. die Fußnote in V. 5. Der Satz wird in V. 9 fortgesetzt (Koch 2005, 91). NLB (vgl. GNB): „dass ich meine Drohungen wahr machen werde.“ </ref>:
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{{S|9}} {dass} Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt, gibt es [nur] ein Urteil (Beschluss, Strafe, Gesetz) [über] euch:<ref>D.h. „kann das nur eines heißen“. Oder: „dass es nur ein … gibt, wenn ihr … nicht mitteilt. Aber (und) ihr habt euch [offenbar] abgesprochen...“ Der Vorwurf der bewussten Lüge ab 9b wäre dann nicht das Urteil, sondern eine daran angeschlossene Vermutung (so Koch 2005, 91, Zür). </ref> {und} Ihr habt euch abgesprochen (verschworen, entschlossen), falsche und verlogene (verdorbene) Worte (Sache) vor mir zu sprechen (mir zu sagen), bis die Zeit sich ändert (ändern wird).<ref>Oder „bis die Zeit (=diese Audienz?) verstrichen ist“ (so ähnlich Koch 2005, 91). HfA: „So meint ihr, mich hinhalten zu können, bis mein Zorn sich gelegt hat.“ NLB: „in der Hoffnung, mich damit hinhalten zu können“. GNB lässt den Halbsatz aus und kommentiert, er sei schwer verständlich; NEÜ meint „Damit verdächtigte er sie wahrscheinlich, Umsturzpläne zu verfolgen.“ Es erscheint aber wahrscheinlicher, dass die Wahrsager (mit Koch) angesichts der ob der Regierungsgeschäfte sicher knappen Zeit des Königs (vgl. die Anmerkung zu V. 16) auf ein ergebnisloses Ende der ungeplanten Audienz spekulieren, als dass sie auf einen Umsturz oder eine sonst veränderte Lage (EÜ) hoffen. Für eine solche Hoffnung bräuchten sie nämlich einen unmittelbaren Anlass, der zumindest im Kontext unserer Erzählung nicht erkennbar ist. </ref> Deshalb (Wenn) sagt mir den Traum, dann (und) werde ich wissen, dass ihr mir seine Bedeutung (Deutung) erklären könnt!“
 
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{{S|10}} Die Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter) antworteten {vor} dem König {und sagten}: „Es gibt keinen Menschen auf dem trockenen Land (der Erde)<ref>''auf dem trockenen Land'' Eine emphatische Metonymie des Subjekts für „auf der ganzen (bewohnbaren) Erde“. </ref>, der erklären könnte, was der König verlangt (sagt)!<ref>W. „die Aufgabe (Wort, Sache) des Königs“ GNB: „diese Forderung erfüllen“</ref> Entsprechend (Deshalb) hat noch kein großer und mächtiger (herrschender) König (großer König oder (und) Herrscher) eine solche Tat<ref>W. „eine Aufgabe (Sache, Wort) wie diese (eine solche)“ EÜ: „ein solches Ansinnen“</ref> von einem Wahrsager, Beschwörer oder Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter) verlangt (gefordert, erbeten).
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{{S|11}} Was der König fordert,<ref>W. „Die Sache (Aufgabe, das Wort), die der König verlangt (fordert)“</ref> [ist uns] zu schwierig (schwierig; unmöglich, zu hoch), und es gibt niemand anderen, der {vor} dem König [das Geforderte] mitteilen (erklären) könnte außer Göttern (Gott)<ref>Hier sind wohl die babylonischen Götter gemeint, es lässt sich jedoch nicht ausschließen (und ist auch grammatisch denkbar), dass von JHWH die Rede ist. </ref>, deren Wohnung nicht beim Fleisch ist!“<ref>''Fleisch'' Metonymie der Adjunktion für die Sterblichen, d.h. „die Götter leben nicht unter den Menschen (Sterblichen)“.</ref>
 
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{{S|12}} Darüber wurde (war) der König wütend und sehr zornig<ref>''wütend und sehr zornig'' Die Dopplung und Steigerung zum besonders intensiven {{hebr}}קצף{{hebr ende}} drücken zusammen mit {{hebr}}שַׂגִּיא{{hebr ende}} sehr eine sehr große Wut aus, die sich auch an seinem folgenden Befehl erkennen lässt. </ref> und gebot, alle Weisen<ref>''Weisen'' Nicht nur die Wahrsager und Sterndeuter, sondern gleich alle Weisen – wie die folgenden Verse zeigen, also einschließlich der Judäer – trifft der Zorn des Königs. Dennoch kommt es nicht zu einem Pogrom, sondern ein rechtlich ordentlicher Erlass (V. 13) stellt sicher, dass die Sache geordnet abläuft – und gibt Daniel Zeit für seine Rettungsaktion (V. 14ff.)(Koch 2005, 153f.). </ref> Babels umzubringen.
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{{S|13}} Bald (und) erging das [entsprechende] Gesetz und die Weisen sollten hingerichtet (getötet) werden. Auch (und) Daniel und seine Freunde (Gefährten) suchte man,<ref>Unpersönlich formuliert, oder: „suchten sie (3. Pl. m.)“ (vgl. Koch 2005, 92). Wie hier wird die 3. Person Perfekt des aramäischen Verbs gelegentlich ohne erkennbares Subjekt unpersönlich gebraucht. Das Subjekt ist unwichtig und wird nicht genannt, wichtig ist die Handlung (Muraoka, Notes on the Syntax of Biblical Aramaic, in: JSS 11/2 1966, 164f.). </ref> um [sie] hinzurichten (zu töten).
 
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{{S|14}} Da übermittelte Daniel einen Rat und Vorschlag (einen verständigen Rat)<ref>''übermittelte einen Rat und Vorschlag'' nach Koch 2005, 92f. („einen Rat und Verfahrensvorschlag“). ''einen verständigen Rat'' So GesD, {{hebr}}תוב{{hebr ende}}; NET, dabei werden die beiden Nomina als Hendiadyoin aufgefasst, allerdings muss dabei {{hebr}}טְעֵם{{hebr ende}} „Beschluss, Befehl“ eine sonst unbezeugte zusätzliche Bedeutung „Verstand, Klugheit“ zugeschrieben werden (Koch 2005, 93). Oder, wie die meisten Übers.: „wandte/sprach sich vorsichtig und verständig“ (so oder ähnlich Lut, EÜ, GNB, SLT, Zür; HALAT, {{hebr}}תוב{{hebr ende}}) Die beiden Nomina werden (wie oft Hebr.) adjektivisch übersetzt. Neben der fraglichen Übersetzung „verständig“ ist aber vor allem das Prädikat viel eher als „übermitteln“ zu übersetzen (GesD, {{hebr}}תוב{{hebr ende}}; Koch 2005, 92f.). </ref> an Arioch, den Obersten der Leibgarde (Scharfrichter)<ref>''Obersten'' W. „den Größten (Großen) der Leibgarde“ Die Alternative „Scharfrichter“ wird in DBL Aramaic als solche genannt (vgl. Zür, SLT, NET). Das Wort heißt ursprünglich „Schlächter, Koch“, aber wurde wegen dessen Nähe zum König (er wagt es, dessen Befehl nicht unmittelbar auszuführen, sondern erst nachzuforschen, V. 15f.) schon früh als Bezeichnung des Obersten der Leibwache verstanden (Koch 2005, 93). </ref> des Königs, der unterwegs (aufgebrochen, sich aufgemacht, losgegangen) war, um die Weisen Babels hinzurichten (zu töten).
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{{S|15}} Er fragte (antwortete) {und sagte zu} Arioch: „Du Mächtiger (Bevollmächtigter; mächtigster [Mann]) des Königs (Arioch, den Bevollmächtigten des Königs)<ref>Die Lesart als Vokativ „Du Mächtiger des Königs“ wurde gewählt, um die doppelte Betitelung Ariochs zu vermeiden. Sie ist auch bei anderen Exegeten seit der griechischen Übersetzung Theodotions (der den Vers mit „du Mächtiger/Bevollmächtigter“ beginnen lässt), gegen den masoretischen Akzent, verbreitet, weil „eine Rede Vorgesetzten gegenüber mit Nennung des Titels zu beginnen pflegt“ (Koch 2005, 93). Koch glaubt aber, der Text sei gekürzt und eine solche Anrede darum ausgelassen, und folgt MT und den dt. Übersetzungen. Die Doppelung und Variation des Titels wäre jedoch ein ausschlaggebendes Gegenargument, auf das er nicht eingeht. </ref>, warum [dieses] strenge (übereilte, dringliche)<ref>Die Bedeutung des Adjektivs muss rekonstruiert werden. ''übereilte'' ist die bevorzugte Herleitung Kochs, der für die vermutete Bedeutung „streng“ (die meisten Übersetzungen) zu wenig Belege findet (Koch 2005, 93).</ref> Gesetz von seiten des Königs (warum ist das Gesetz … [so] streng)?“<ref>Ohne die vokativische Übersetzung (vgl. erste Fußnote) ist es auch möglich, die Frage indirekt zu übersetzen (EÜ, vgl. GNB). </ref> Da klärte (informierte über, berichtete von, weihte ein in) Arioch Daniel [über] die Angelegenheit (Sache) auf,<ref>Daniel kennt also den Erlass, erfährt aber erst jetzt die Geschichte, die dahinter steht, und kann die richtige Entscheidung treffen (vgl. Koch 2005, 157f.). </ref>
 
{{S|15}} Er fragte (antwortete) {und sagte zu} Arioch: „Du Mächtiger (Bevollmächtigter; mächtigster [Mann]) des Königs (Arioch, den Bevollmächtigten des Königs)<ref>Die Lesart als Vokativ „Du Mächtiger des Königs“ wurde gewählt, um die doppelte Betitelung Ariochs zu vermeiden. Sie ist auch bei anderen Exegeten seit der griechischen Übersetzung Theodotions (der den Vers mit „du Mächtiger/Bevollmächtigter“ beginnen lässt), gegen den masoretischen Akzent, verbreitet, weil „eine Rede Vorgesetzten gegenüber mit Nennung des Titels zu beginnen pflegt“ (Koch 2005, 93). Koch glaubt aber, der Text sei gekürzt und eine solche Anrede darum ausgelassen, und folgt MT und den dt. Übersetzungen. Die Doppelung und Variation des Titels wäre jedoch ein ausschlaggebendes Gegenargument, auf das er nicht eingeht. </ref>, warum [dieses] strenge (übereilte, dringliche)<ref>Die Bedeutung des Adjektivs muss rekonstruiert werden. ''übereilte'' ist die bevorzugte Herleitung Kochs, der für die vermutete Bedeutung „streng“ (die meisten Übersetzungen) zu wenig Belege findet (Koch 2005, 93).</ref> Gesetz von seiten des Königs (warum ist das Gesetz … [so] streng)?“<ref>Ohne die vokativische Übersetzung (vgl. erste Fußnote) ist es auch möglich, die Frage indirekt zu übersetzen (EÜ, vgl. GNB). </ref> Da klärte (informierte über, berichtete von, weihte ein in) Arioch Daniel [über] die Angelegenheit (Sache) auf,<ref>Daniel kennt also den Erlass, erfährt aber erst jetzt die Geschichte, die dahinter steht, und kann die richtige Entscheidung treffen (vgl. Koch 2005, 157f.). </ref>
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{{S|16}} und Daniel trat ein und erbat vom König, dass er ihm eine Audienz (Frist)<ref>''Audienz'' So sonst nur ESV, alle anderen Übers. ''Frist'' oder „Zeit“. Anders als in Dan 2,8-9 wird hier {{hebr}}זְמַן{{hebr ende}} „Zeit(punkt), Termin, Augenblick“ (GesD) gebraucht (dort für die Zeit, die die Wahrsager zu gewinnen versuchen, {{hebr}}עִדָּן{{hebr ende}} „Zeit“), was die Interpretation als „Audienz“ untermauert. Auf die von GesD angegebene Übersetzung passt „Audienz“ zudem besser als „Frist“. Wenn Daniel wirklich um eine Audienz bittet, dann zeigt das sogar noch mehr Kühnheit und Gottvertrauen als die Bitte um eine Fristverlängerung. Entweder hat er dabei darauf vertraut, dass diese nicht sofort erfolgt, oder er hat nach der Bekanntgabe des Termins die Gelegenheit genutzt, um noch einmal sein Haus aufzusuchen und sich die Unterstützung seiner Freunde zu sichern. Für dieses Gesuch müsste er übrigens in keinem Fall persönlich vorsprechen (vgl. Koch 2005, 94.159). </ref> gewähre,<ref>Oder schöner „ersuchte beim König um eine Audienz“.</ref> dann (und) werde [er] dem König die Bedeutung (Deutung) erklären.
 
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{{S|17}} Daraufhin (sofort) begab sich Daniel zu seinem Haus (nach Hause) und klärte (informierte über, berichtete von, weihte ein in) seine Freunde (Gefährten) Hananja, Mischaël und Asarja [über] die Angelegenheit (Sache) auf.
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{{S|18}} {und} Er [bat sie], angesichts dieser unlösbaren Aufgabe (dieses Geheimnisses)<ref>Meist als ''Geheimnis'' übersetzt, doch vgl. DBL Aramaic, {{hebr}}רָז{{hebr ende}}: „'''mystery''', secret, i.e., information or omens so enigmatic or baffling that only revelation from God can make it understandable “ Es geht hier also vordergründig um unerreichbares, rätselhaftes Wissen, nicht um ein Geheimnis (das ja nur eins des Königs wäre). </ref> vor dem Gott des Himmels um Erbarmen zu bitten, damit (sodass) man Daniel und seine Freunde (Gefährten) nicht mit den übrigen Weisen Babels umbrächte<ref>Unpersönliche Formulierung. Vgl. Fußnote in V. 13. </ref>.
 
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Version vom 9. August 2012, 13:55 Uhr

Studienfassung in Arbeit.png
Status: Studienfassung in Arbeit
Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen einer ersten Übersetzung eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.

Lesefassung (Daniel 2)

(kommt später)

Studienfassung (Daniel 2)

1

2

3

4 Da (und) sprachen die Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter)a zum König [auf] Aramäisch:b „Ewig lebe der König!c Erzähle (sage) deinen Sklaven (Dienern, Knechten) den Traum, dann (und) werden wir [seine] Bedeutung (Deutung) erzählen (erklären).“ 5 Der König antwortete {und sagte zu} den Chaldäern (Wahrsagern, Sterndeutern): „Mein Wort ist unwiderruflich:d Wenn ihr mir den Traum und seine Bedeutung (Deutung) nicht mitteilen könnt (mitteilt), werdet ihr zu Körperteilen (Gliedern) gemachte und eure Häuser in Müllhaufen (Latrinen; Trümmerhaufen)f verwandelt werden! 6 Aber (und) wenn ihr den Traum und seine Bedeutung (Deutung) erklären könnt, werdet ihr von mir Geschenke, {und} Belohnungen (Geschenke, Kostbarkeiten)g und große Ehre empfangen. Darum (nur wenn) erklärt mir den Traum und seine Bedeutung (Deutung)!“ 7 Sie antworteten noch einmal (ein zweites Mal) {und sagten}: „Der König möge seinen Sklaven (Dienern, Knechten) den Traum sagen, danach (und) werden wir die Bedeutung (Deutung) erklären!“ 8 Der König antwortete {und sagte}: „[Jetzt] weiß ich ganz sicher, dass ihr [versucht] Zeit [zu] kaufen,h weil [ihr] seht (gesehen habt), dass mein Wort unwiderruflich isti: 9 {dass} Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt, gibt es [nur] ein Urteil (Beschluss, Strafe, Gesetz) [über] euch:j {und} Ihr habt euch abgesprochen (verschworen, entschlossen), falsche und verlogene (verdorbene) Worte (Sache) vor mir zu sprechen (mir zu sagen), bis die Zeit sich ändert (ändern wird).k Deshalb (Wenn) sagt mir den Traum, dann (und) werde ich wissen, dass ihr mir seine Bedeutung (Deutung) erklären könnt!“ 10 Die Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter) antworteten {vor} dem König {und sagten}: „Es gibt keinen Menschen auf dem trockenen Land (der Erde)l, der erklären könnte, was der König verlangt (sagt)!m Entsprechend (Deshalb) hat noch kein großer und mächtiger (herrschender) König (großer König oder (und) Herrscher) eine solche Tatn von einem Wahrsager, Beschwörer oder Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter) verlangt (gefordert, erbeten). 11 Was der König fordert,o [ist uns] zu schwierig (schwierig; unmöglich, zu hoch), und es gibt niemand anderen, der {vor} dem König [das Geforderte] mitteilen (erklären) könnte außer Göttern (Gott)p, deren Wohnung nicht beim Fleisch ist!“q12 Darüber wurde (war) der König wütend und sehr zornigr und gebot, alle Weisens Babels umzubringen. 13 Bald (und) erging das [entsprechende] Gesetz und die Weisen sollten hingerichtet (getötet) werden. Auch (und) Daniel und seine Freunde (Gefährten) suchte man,t um [sie] hinzurichten (zu töten). 14 Da übermittelte Daniel einen Rat und Vorschlag (einen verständigen Rat)u an Arioch, den Obersten der Leibgarde (Scharfrichter)v des Königs, der unterwegs (aufgebrochen, sich aufgemacht, losgegangen) war, um die Weisen Babels hinzurichten (zu töten). 15 Er fragte (antwortete) {und sagte zu} Arioch: „Du Mächtiger (Bevollmächtigter; mächtigster [Mann]) des Königs (Arioch, den Bevollmächtigten des Königs)w, warum [dieses] strenge (übereilte, dringliche)x Gesetz von seiten des Königs (warum ist das Gesetz … [so] streng)?“y Da klärte (informierte über, berichtete von, weihte ein in) Arioch Daniel [über] die Angelegenheit (Sache) auf,z16 und Daniel trat ein und erbat vom König, dass er ihm eine Audienz (Frist)aa gewähre,ab dann (und) werde [er] dem König die Bedeutung (Deutung) erklären. 17 Daraufhin (sofort) begab sich Daniel zu seinem Haus (nach Hause) und klärte (informierte über, berichtete von, weihte ein in) seine Freunde (Gefährten) Hananja, Mischaël und Asarja [über] die Angelegenheit (Sache) auf. 18 {und} Er [bat sie], angesichts dieser unlösbaren Aufgabe (dieses Geheimnisses)ac vor dem Gott des Himmels um Erbarmen zu bitten, damit (sodass) man Daniel und seine Freunde (Gefährten) nicht mit den übrigen Weisen Babels umbrächtead.

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Anmerkungen

a Die Chaldäer waren ein Volksstamm aus dem Umland von Babylon, der ab dem 8. Jh. in Babylon großen Einfluss gewann, später wird der Name „Chaldäer“ praktisch zum Synonym für „Babylonier“. Sie schafften es in dieser Zeit auch, praktisch alle Wahrsage-Priester im Bel-Tempel von Babel zu stellen, sodass „Chaldäer“ („Kasdäer“) hier referenzidentisch für diese auf die Wahrsagerei und Gelehrsamkeit spezialisierten Kleriker gebraucht wird (Koch 2005, 45f; vgl. dort den Exkurs 45-66). (Zurück zu v.4)
b Von hier an ist der Text Aramäisch (Dan 2,4b-7,28). Neben diesem Abschnitt aus dem Danielbuch sind auch Esra 4,8-6,18; 7,12-26 auf Aramäisch verfasst bzw. aus aramäischen Quellen zitiert (zudem Jer 10,11 und ein Teil von Gen 31,47). (Zurück zu v.4)
c W. „Oh König, lebe {für} ewig!“ (Zurück zu v.4)
d W. etwa „Das Wort von mir [ist] unwiderruflich“. von mir ist eine Formulierung, die das Pronomen betont (Koch 2005, 89). unwiderruflich oder „bekannt“ (Koch 2005, 90, vgl. GesD).
Fast sicher falsch ist dagegen das ältere Verständnis, wonach diese Phrase sinngemäß als „Ich habe den Traum vergessen“ übersetzt wurde (so etwa KJV). Vielmehr möchte der König sich der Zuverlässigkeit seiner Wahrsager dadurch vergewissern, dass er ihnen in der Wiedergabe seines Trauminhalts eine verifizierbare Testaufgabe stellt (NET Dan 2,5, Fußnote 14; s.a. V. 9). (Zurück zu v.5)
e D.h. „werdet ihr in Stücke gerissen/gehauen werden“ (vgl. Koch 2005, 90). (Zurück zu v.5)
f Müllhaufen (Latrinen, Trümmerhaufen) Die Übersetzung dieses unbekannten Worts beruht auf Herleitungen, die auf einen widerwärtigen Ort wie einen Müllhaufen oder eine öffentliche Latrine schließen lassen. Die eigentliche Bedeutung könnte ganz anders lauten (Koch 2005, 90). (Zurück zu v.5)
g Ein unbekanntes Wort (Sg.). Belohnungen nach DBL Aramaic, GesD tendiert zu „Geschenk, Gabe“, Koch 2011, 90 übersetzt „Ehrenurkunden/Kostbarkeiten“. (Zurück zu v.6)
h Die Einfügung von „jetzt“ und „versucht“ ist aufgrund des Partizips sowie sinngemäß angebracht. Der König erkennt also, was gerade vor sich geht: Die Wahrsager versuchen Zeit zu gewinnen. (Zurück zu v.8)
i S. die Fußnote in V. 5. Der Satz wird in V. 9 fortgesetzt (Koch 2005, 91). NLBKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien. (vgl. GNB): „dass ich meine Drohungen wahr machen werde.“ (Zurück zu v.8)
j D.h. „kann das nur eines heißen“. Oder: „dass es nur ein … gibt, wenn ihr … nicht mitteilt. Aber (und) ihr habt euch [offenbar] abgesprochen...“ Der Vorwurf der bewussten Lüge ab 9b wäre dann nicht das Urteil, sondern eine daran angeschlossene Vermutung (so Koch 2005, 91, Zür). (Zurück zu v.9)
k Oder „bis die Zeit (=diese Audienz?) verstrichen ist“ (so ähnlich Koch 2005, 91). HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.: „So meint ihr, mich hinhalten zu können, bis mein Zorn sich gelegt hat.“ NLBKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien.: „in der Hoffnung, mich damit hinhalten zu können“. GNB lässt den Halbsatz aus und kommentiert, er sei schwer verständlich; NEÜ meint „Damit verdächtigte er sie wahrscheinlich, Umsturzpläne zu verfolgen.“ Es erscheint aber wahrscheinlicher, dass die Wahrsager (mit Koch) angesichts der ob der Regierungsgeschäfte sicher knappen Zeit des Königs (vgl. die Anmerkung zu V. 16) auf ein ergebnisloses Ende der ungeplanten Audienz spekulieren, als dass sie auf einen Umsturz oder eine sonst veränderte Lage (Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern.) hoffen. Für eine solche Hoffnung bräuchten sie nämlich einen unmittelbaren Anlass, der zumindest im Kontext unserer Erzählung nicht erkennbar ist. (Zurück zu v.9)
l auf dem trockenen Land Eine emphatische Metonymie des Subjekts für „auf der ganzen (bewohnbaren) Erde“. (Zurück zu v.10)
m W. „die Aufgabe (Wort, Sache) des Königs“ GNB: „diese Forderung erfüllen“ (Zurück zu v.10)
n W. „eine Aufgabe (Sache, Wort) wie diese (eine solche)Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern.: „ein solches Ansinnen“ (Zurück zu v.10)
o W. „Die Sache (Aufgabe, das Wort), die der König verlangt (fordert) (Zurück zu v.11)
p Hier sind wohl die babylonischen Götter gemeint, es lässt sich jedoch nicht ausschließen (und ist auch grammatisch denkbar), dass von JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. die Rede ist. (Zurück zu v.11)
q Fleisch Metonymie der Adjunktion für die Sterblichen, d.h. „die Götter leben nicht unter den Menschen (Sterblichen)“. (Zurück zu v.11)
r wütend und sehr zornig Die Dopplung und Steigerung zum besonders intensiven קצף drücken zusammen mit שַׂגִּיא sehr eine sehr große Wut aus, die sich auch an seinem folgenden Befehl erkennen lässt. (Zurück zu v.12)
s Weisen Nicht nur die Wahrsager und Sterndeuter, sondern gleich alle Weisen – wie die folgenden Verse zeigen, also einschließlich der Judäer – trifft der Zorn des Königs. Dennoch kommt es nicht zu einem Pogrom, sondern ein rechtlich ordentlicher Erlass (V. 13) stellt sicher, dass die Sache geordnet abläuft – und gibt Daniel Zeit für seine Rettungsaktion (V. 14ff.)(Koch 2005, 153f.). (Zurück zu v.12)
t Unpersönlich formuliert, oder: „suchten sie (3. Pl. m.)(vgl. Koch 2005, 92). Wie hier wird die 3. Person Perfekt des aramäischen Verbs gelegentlich ohne erkennbares Subjekt unpersönlich gebraucht. Das Subjekt ist unwichtig und wird nicht genannt, wichtig ist die Handlung (MuraokaMuraoka, Takamitsu: A Greek-English Lexicon of the Septuagint. Louvain/Paris/Walpose, 2009., Notes on the Syntax of Biblical Aramaic, in: JSS 11/2 1966, 164f.). (Zurück zu v.13)
u übermittelte einen Rat und Vorschlag nach Koch 2005, 92f. („einen Rat und Verfahrensvorschlag“). einen verständigen Rat So GesD, תוב; NET, dabei werden die beiden Nomina als Hendiadyoin aufgefasst, allerdings muss dabei טְעֵם „Beschluss, Befehl“ eine sonst unbezeugte zusätzliche Bedeutung „Verstand, Klugheit“ zugeschrieben werden (Koch 2005, 93). Oder, wie die meisten Übers.: „wandte/sprach sich vorsichtig und verständig“ (so oder ähnlich Lut, Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern., GNB, SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab., Zür; HALATKoehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., תוב) Die beiden Nomina werden (wie oft Hebr.) adjektivisch übersetzt. Neben der fraglichen Übersetzung „verständig“ ist aber vor allem das Prädikat viel eher als „übermitteln“ zu übersetzen (GesD, תוב; Koch 2005, 92f.). (Zurück zu v.14)
v Obersten W. „den Größten (Großen) der Leibgarde“ Die Alternative „Scharfrichter“ wird in DBL Aramaic als solche genannt (vgl. Zür, SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab., NET). Das Wort heißt ursprünglich „Schlächter, Koch“, aber wurde wegen dessen Nähe zum König (er wagt es, dessen Befehl nicht unmittelbar auszuführen, sondern erst nachzuforschen, V. 15f.) schon früh als Bezeichnung des Obersten der Leibwache verstanden (Koch 2005, 93). (Zurück zu v.14)
w Die Lesart als Vokativ „Du Mächtiger des Königs“ wurde gewählt, um die doppelte Betitelung Ariochs zu vermeiden. Sie ist auch bei anderen Exegeten seit der griechischen Übersetzung Theodotions (der den Vers mit „du Mächtiger/Bevollmächtigter“ beginnen lässt), gegen den masoretischen Akzent, verbreitet, weil „eine Rede Vorgesetzten gegenüber mit Nennung des Titels zu beginnen pflegt“ (Koch 2005, 93). Koch glaubt aber, der Text sei gekürzt und eine solche Anrede darum ausgelassen, und folgt MT und den dt. Übersetzungen. Die Doppelung und Variation des Titels wäre jedoch ein ausschlaggebendes Gegenargument, auf das er nicht eingeht. (Zurück zu v.15)
x Die Bedeutung des Adjektivs muss rekonstruiert werden. übereilte ist die bevorzugte Herleitung Kochs, der für die vermutete Bedeutung „streng“ (die meisten Übersetzungen) zu wenig Belege findet (Koch 2005, 93). (Zurück zu v.15)
y Ohne die vokativische Übersetzung (vgl. erste Fußnote) ist es auch möglich, die Frage indirekt zu übersetzen (Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern., vgl. GNB). (Zurück zu v.15)
z Daniel kennt also den Erlass, erfährt aber erst jetzt die Geschichte, die dahinter steht, und kann die richtige Entscheidung treffen (vgl. Koch 2005, 157f.). (Zurück zu v.15)
aa Audienz So sonst nur ESV, alle anderen Übers. Frist oder „Zeit“. Anders als in Dan 2,8-9 wird hier זְמַן „Zeit(punkt), Termin, Augenblick“ (GesD) gebraucht (dort für die Zeit, die die Wahrsager zu gewinnen versuchen, עִדָּן „Zeit“), was die Interpretation als „Audienz“ untermauert. Auf die von GesD angegebene Übersetzung passt „Audienz“ zudem besser als „Frist“. Wenn Daniel wirklich um eine Audienz bittet, dann zeigt das sogar noch mehr Kühnheit und Gottvertrauen als die Bitte um eine Fristverlängerung. Entweder hat er dabei darauf vertraut, dass diese nicht sofort erfolgt, oder er hat nach der Bekanntgabe des Termins die Gelegenheit genutzt, um noch einmal sein Haus aufzusuchen und sich die Unterstützung seiner Freunde zu sichern. Für dieses Gesuch müsste er übrigens in keinem Fall persönlich vorsprechen (vgl. Koch 2005, 94.159). (Zurück zu v.16)
ab Oder schöner „ersuchte beim König um eine Audienz“. (Zurück zu v.16)
ac Meist als Geheimnis übersetzt, doch vgl. DBL Aramaic, רָז: „mystery, secret, i.e., information or omens so enigmatic or baffling that only revelation from God can make it understandable “ Es geht hier also vordergründig um unerreichbares, rätselhaftes Wissen, nicht um ein Geheimnis (das ja nur eins des Königs wäre). (Zurück zu v.18)
ad Unpersönliche Formulierung. Vgl. Fußnote in V. 13. (Zurück zu v.18)
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