Geschlechtergerechtigkeit
Verfasst von Ben am 29. November 2009 - 18:21
Es ist interessant, dass noch keine Diskussion über die "Gerechtigkeit" der späteren Übersetzungsfassungen angestoßen wurde. Was meint ihr denn alle dazu?
Für selbstverständlich halte ich es, inklusive Begriffe wie "adelphoi", sofern es der Kontext hergibt, als "Geschwister" oder "Brüder und Schwestern" zu übersetzen. Doch darüber hinaus?
Wir wollen ja sicherlich nicht die Irrwege der "Bibel in gerechter Sprache" gehen, die, als wie in einem Kinderspiel, Begriffe wie "Mann", "Vater" und "Sohn" zu vermeiden scheint wie der Teufel das Weihwasser, und sich dabei auch nicht scheut, neben dem Wortlaut auch den biblischen Textsinn zu verfälschen. Genauso wenig möchte ich persönlich in meinem Bibeltext Wendungen wie "SteuereintreiberInnen", "jeder/jede" oder "man/frau" lesen müssen.
Andererseits möchten wir den biblischen Kontext bei der Übersetzung natürlich genau so interpretieren, wie er verstanden werden möchte. Im Zweifelsfall werden also wohl Bibelwissen und kulturelle Kenntnisse der biblischen Umwelt gefragt sein. Darin steckt dann wohl viel Diskussionspotenzial...
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Re: Geschlechtergerechtigkeit
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Es sollte erkennbar sein, ob der Bibeltext a) explizit von Männner und Frauen spricht (hyioi kai tygateres = "Söhne und Töchter") b) ein Wort benutzt, dass Frauen einschließen kann, aber nicht muss (hyioi = "Söhne/Kinder"), oder c) explizit nur von Männern spricht (hyiov arsen = "männlicher Sohn" in Offb 12,5).Da stimme ich Dir voll zu.Da die Lesefassung ein gut lesbarer Text sein soll, würde ich vorschlagen, hier nur dann inklusive Übersetzungen zu verwenden, wenn es eine gute deutsche Formulierung dafür gibt und es nach dem Textzusammenhang die plausibelste Deutung ist. Also eventuell "Geschwister", aber nicht "Jünger und Jüngerinnen".Da auch!Eine Möglichkeit wäre, an allen Stellen, wo eine inklusive Deutung in der Wissenschaft vertreten wird, sowohl eine wörtliche Übersetzung als auch eine inklusive Alternative anzugeben und letztere auf eine Seite zu verlinken, die das Problem inklusiver Sprache allgemein diskutiert. Beispiele für fiktive Übersetzungen der drei Varianten: a) Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern, Jünger und Jüngerinnen b) Söhne (Kinder), Brüder (Geschwister), Jünger (-innen) c) Söhne, Brüder, JüngerWorauf verlinken wir? Auf das entsprechende Wort oder auf eine ganze Zusammenstellung (letzteres fände ich fast sinnvoller). Allerdings würde ich es nicht zum Zwang machen, immer die inklusive Variante dazuzusetzen (das können beim Fehlen ja auch die Menschen machen, denen es wichtig ist, dafür haben wir ja ein Wiki). Also ich für meinen Teil würde vorschlagen, dass Du einen Vorschlag für die FAQ machst (ruhig direkt) und dann diskutieren wir weiter. Ich finde Deine Einwände durchaus gerechtfertigt und so kämen wenigstens beide Seiten zum Zug: Die Gendervertreter können mitarbeiten und die Gegner müssen nicht und haben die Lesefassung.Re: Geschlechtergerechtigkeit
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